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In ihren Werken beschäftigte sie sich mit dem menschlichen Existenzraum. Das Familienbild wird zu ihrem Leitmotiv, wie etwa in ihrer preisgekrönten Bronzeskulptur „Liparische Familie mit Esel“ (1954) und in der Bronze „Mutter mit Kind“ (1957). Ihre Arbeiten sind geprägt von der Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper und seinem Spannungsverhältnis zum Umraum. Zu ihrem persönlichen Stilmerkmal wurden die zerklüfteten Oberflächen der Bronzefiguren. Ihr überlebensgroßes Wandrelief mit dem Titel „Familie“ war für den Eingangsbereich am Neubau des Staatlichen Gesundheitsamtes vorgesehen, wo es bis heute zu sehen ist. Die Komposition zeigt eine Gruppe aus vier Figuren, deren Körper sich aus graphisch linearen Elementen zusammensetzen und in diesem kubistischen Stil an die Bildsprache des Künstlers Ossip Zadkine (1890–1967) erinnern. Bei beiden dominieren Linie und Kontur. Im Tübinger Werk sind die Innenflächen mit farbigen Glaseinlegearbeiten in Mosaikform gestaltet, die Augen aus blauem Glas gebildet. Links außen steht die männliche, große Figur. Die Kraft der Figur wird dadurch deutlich, dass sie auf ihrer Schulter das Kind trägt. Daneben sitzen die Mutter und ein zweites, größeres Kind, das von der Mutter umarmt wird. Durch Blickkontakte – zwischen Mann und Frau – und gegenseitige Berührungen zwischen Kindern und Eltern wird die familiäre Verbundenheit hervorgehoben. Dieser Zusammenhalt entspricht noch ganz dem alten Idealbild. Die leidvollen Erfahrungen der Kriegszeit, die in der Folge zu vielen innerfamiliären Brüchen, Trennungen, Konflikten und seelischen Nöten führten, fanden hier offenbar keine Visualisierung, sondern ein idealisiertes Gegenbild.
Standort: Universität Tübingen, Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung (ehemals “Staatliches Gesundheitsamt“ und Institut für Erziehungswissenschaft), Europastraße 6
NameWandgestaltung
Familie
DepartmentExterne Sammlungen
Künstler*in
Rosemarie Sack-Dyckerhoff
Date1960
DescriptionRosemarie Sack-Dyckerhoff (1917–2015) zählte wie Eugen „Ugge“ Bärtle (1907–1990) zu den überregional bekannten Künstlerinnen der Tübinger Nachkriegszeit. Sie studierte in Stuttgart und in München sowohl Malerei als auch Bildhauerei. Zwischen 1942 und 1944 war sie Meisterschülerin bei Fritz von Graevenitz (1892–1959), der von den Nationalisten im Jahr 1938 zum Direktor der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart ernannt und schließlich im Jahr 1944 auf die „Gottbegnadeten-Liste“ der wichtigsten deutschen Künstler des Dritten Reiches aufgenommen wurde. In ihren Werken beschäftigte sie sich mit dem menschlichen Existenzraum. Das Familienbild wird zu ihrem Leitmotiv, wie etwa in ihrer preisgekrönten Bronzeskulptur „Liparische Familie mit Esel“ (1954) und in der Bronze „Mutter mit Kind“ (1957). Ihre Arbeiten sind geprägt von der Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper und seinem Spannungsverhältnis zum Umraum. Zu ihrem persönlichen Stilmerkmal wurden die zerklüfteten Oberflächen der Bronzefiguren. Ihr überlebensgroßes Wandrelief mit dem Titel „Familie“ war für den Eingangsbereich am Neubau des Staatlichen Gesundheitsamtes vorgesehen, wo es bis heute zu sehen ist. Die Komposition zeigt eine Gruppe aus vier Figuren, deren Körper sich aus graphisch linearen Elementen zusammensetzen und in diesem kubistischen Stil an die Bildsprache des Künstlers Ossip Zadkine (1890–1967) erinnern. Bei beiden dominieren Linie und Kontur. Im Tübinger Werk sind die Innenflächen mit farbigen Glaseinlegearbeiten in Mosaikform gestaltet, die Augen aus blauem Glas gebildet. Links außen steht die männliche, große Figur. Die Kraft der Figur wird dadurch deutlich, dass sie auf ihrer Schulter das Kind trägt. Daneben sitzen die Mutter und ein zweites, größeres Kind, das von der Mutter umarmt wird. Durch Blickkontakte – zwischen Mann und Frau – und gegenseitige Berührungen zwischen Kindern und Eltern wird die familiäre Verbundenheit hervorgehoben. Dieser Zusammenhalt entspricht noch ganz dem alten Idealbild. Die leidvollen Erfahrungen der Kriegszeit, die in der Folge zu vielen innerfamiliären Brüchen, Trennungen, Konflikten und seelischen Nöten führten, fanden hier offenbar keine Visualisierung, sondern ein idealisiertes Gegenbild.
Standort: Universität Tübingen, Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung (ehemals “Staatliches Gesundheitsamt“ und Institut für Erziehungswissenschaft), Europastraße 6
DimensionsH x B x T: 242 x 140 x 4/6 cm
MediumBronze, farbiges Glas
Object numberVBA-Sg-141
Exhibitions
um 1510
vor 1945
Primary Maker: Peter Otto Heim
spätes 1. Jh. v. Chr. - 1. Jh. n. Chr.
Primary Maker: Glaswerkstätten Straßburg
1914