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Diese Sentenz von Eugen „Ugge“ Bärtle (1907–1990) fasst wohl am besten die kunstphilosophische Reflexion des Tübinger Bildhauers und Graphikers zusammen. Für ihn geht es im Kern um die Frage, welche Wechselbeziehung zwischen Masse und Raum besteht. Wie findet sich die Masse im Raum? Und in welchen künstlerischen Prozessen lassen sich diese Gedanken umsetzen? Nach einer Steinmetzlehre bei Karl Merz (1869–1950) in Tübingen, studierte Bärtle ab 1928 an der Münchner Kunstakademie Bildhauerei. Das 1959 entstandene Werk umfasst eine komplette Schauseite des Innenhofes der Hepatologie. Auf den ersten Blick denkt man vielleicht nicht an Kunst, sondern eher an Schadstellen im Mauerwerk, an einen altersbedingten Verfall oder an die Reste eines älteren Baues. Hier fehlen die für ein Kunstwerk sonst üblichen Hinweise und Kontexte. Bärtles skulpturale Wandgestaltung durchbricht, ja negiert die zeitgenössischen Sehkonventionen, so dass nur die direkte Konfrontation mit dem Werk bleibt. Die Masse der Wand ist das konstitutive Moment des Kunstwerks. Lebendig wird die Backsteinwand durch Leerstellen und Vorsprünge. Erhaben und vertieft, gerahmt und pointiert, gruppiert und gereiht, versetzt und eingefügt – es lassen sich zahlreiche Worte finden, welche die visuelle Qualität der Ziegel-Skulptur umschreiben. Bärtle schafft eine Einheit von Architektur und Skulptur, eine Synthese der Künste.
Standort: Medizinische Klinik, Otfried-Müller-Str. 10
NameWandgestaltung
Ohne Titel (Feuerwand)
DepartmentExterne Sammlungen
Künstler*in
Eugen "Ugge" Bärtle
1907 - 1990
Date1959
Description„Ich denke nach. Es sind – wie fast immer – Masse und Raum, die mich bewegen.“Diese Sentenz von Eugen „Ugge“ Bärtle (1907–1990) fasst wohl am besten die kunstphilosophische Reflexion des Tübinger Bildhauers und Graphikers zusammen. Für ihn geht es im Kern um die Frage, welche Wechselbeziehung zwischen Masse und Raum besteht. Wie findet sich die Masse im Raum? Und in welchen künstlerischen Prozessen lassen sich diese Gedanken umsetzen? Nach einer Steinmetzlehre bei Karl Merz (1869–1950) in Tübingen, studierte Bärtle ab 1928 an der Münchner Kunstakademie Bildhauerei. Das 1959 entstandene Werk umfasst eine komplette Schauseite des Innenhofes der Hepatologie. Auf den ersten Blick denkt man vielleicht nicht an Kunst, sondern eher an Schadstellen im Mauerwerk, an einen altersbedingten Verfall oder an die Reste eines älteren Baues. Hier fehlen die für ein Kunstwerk sonst üblichen Hinweise und Kontexte. Bärtles skulpturale Wandgestaltung durchbricht, ja negiert die zeitgenössischen Sehkonventionen, so dass nur die direkte Konfrontation mit dem Werk bleibt. Die Masse der Wand ist das konstitutive Moment des Kunstwerks. Lebendig wird die Backsteinwand durch Leerstellen und Vorsprünge. Erhaben und vertieft, gerahmt und pointiert, gruppiert und gereiht, versetzt und eingefügt – es lassen sich zahlreiche Worte finden, welche die visuelle Qualität der Ziegel-Skulptur umschreiben. Bärtle schafft eine Einheit von Architektur und Skulptur, eine Synthese der Künste.
Standort: Medizinische Klinik, Otfried-Müller-Str. 10
DimensionsH x B x T: 300 x 840 x 13 cm
MediumBackstein gemauert und Sichtbeton
Object numberVBA-Sg-131
Exhibitions
Primary Maker: Peter Otto Heim
nach 18. Aug. 1678