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Von 1925 bis 1927 machte Eugen, genannt Ugge, Bärtle, bei Karl Merz (1869–1950) eine Steinmetzlehre in Tübingen. Sein Talent im bildhauerischen Umgang mit Stein ermöglichte ihm ein Studium an der Bayerischen Akademie der Bildenden Künste in München, wo er sich bei Joseph Wackerle (1880–1959) – einem der wichtigsten Vertreter der Münchner Bildhauerschule und späterem Günstling der Nationalsozialisten mit Nennung in der Gottbegnadeten Liste – in der Gestaltung von Bau- und Monumentalplastik weiterentwickelte. In München lernte er das Wachsschmelzverfahren für den Bronzeguss bei dem Gießereimeister Josef Heubl (um 1864/1866–vor 1945). Bärtle prägte die Tübinger Kunstlandschaft der 1950er-Jahre entscheidend, vor allem im Jahr 1951 durch die Gründung der Künstlergruppe „Ellipse“.
Standort: Universitätsapotheke, Ottfried-Müller-Str. 6
NameRelief
Einhornrelief
DepartmentExterne Sammlungen
Künstler*in
Eugen "Ugge" Bärtle
1907 - 1990
Date1957
DescriptionAm 24. November 1956 wurde in der Röntgenstraße 9 die Tübinger Universitätsapotheke nach vier Jahren Bauzeit mit einem Festakt eröffnet. Bereits 1950 genehmigte die Universitätsleitung einen Apothekenbau für die Versorgung der Institute und die lokalen Landeskliniken. Für die Medikamentenversorgung wurde im Erdgeschoss des ehemaligen Kanzlergebäudes in der Wilhelmstraße 11 bis zur Fertigstellung des Neubaus eine provisorische Apotheke eingerichtet. Erst nach der offiziellen Eröffnung durch Rektor Otto Heinrich Schindewolf (1896–1971) erhielt der Apothekenneubau im Röntgenweg 9 an der Außenfassade, gleich neben der Eingangstür, im Jahr 1957 ein durch Fördermittel des Landes Baden-Württemberg finanziertes Kunstwerk: Ein Relief mit Apotheker-Symbolen, das Eugen „Ugge“ Bärtle (1906–1990) fertigte. Es zeigt auf einer rechteckigen Bronzeplatte gleich vier Motive. Zu sehen sind die Halbfigur eines Einhorns und Blüten des Fingerhuts (Digitalis), ein Mörser mit Stößel und eine Balkenwaage. Mit dieser dicht gedrängten Komposition bricht Bärtle mit alten an der Heraldik orientierten Darstellungskonventionen und der Gattung der Apothekenschilder.Von 1925 bis 1927 machte Eugen, genannt Ugge, Bärtle, bei Karl Merz (1869–1950) eine Steinmetzlehre in Tübingen. Sein Talent im bildhauerischen Umgang mit Stein ermöglichte ihm ein Studium an der Bayerischen Akademie der Bildenden Künste in München, wo er sich bei Joseph Wackerle (1880–1959) – einem der wichtigsten Vertreter der Münchner Bildhauerschule und späterem Günstling der Nationalsozialisten mit Nennung in der Gottbegnadeten Liste – in der Gestaltung von Bau- und Monumentalplastik weiterentwickelte. In München lernte er das Wachsschmelzverfahren für den Bronzeguss bei dem Gießereimeister Josef Heubl (um 1864/1866–vor 1945). Bärtle prägte die Tübinger Kunstlandschaft der 1950er-Jahre entscheidend, vor allem im Jahr 1951 durch die Gründung der Künstlergruppe „Ellipse“.
Standort: Universitätsapotheke, Ottfried-Müller-Str. 6
DimensionsH x B x T: 80 x 100 x 28 cm
MediumBronze
Object numberVBA-Sg-136
Exhibitions
Primary Maker: Peter Otto Heim
nach 1777
um 1478/ 1480
Primary Maker: Emil Brüllmann