Advanced Search
Zunächst sollte die Stehle durch Stoffstreifen einer ausgedienten Kiswa aus Mekka ergänzt werden, die in den neuen Bibliotheksräumen ausgestellt worden wäre. Die Einbindung eines Stücks der Kiswa in ein zeitgenössisches Kunstwerk löste allerdings Diskussionen und Widerstände aus, was dazu führte, dass die Universitätsleitung jenen Teil des Projektes stoppte. Begründet wurde dies mit der politischen Brisanz, die das Ausstellen eines Gegenstandes aus islamisch-sakralen Kontexten in europäisch-profanen Bauten auslösen könnte.
Das Studio entwickelte nun neue Lösungsvorschläge, die eine Realisierung des Projekts ermöglichen. Der Projektabschluss wird im Sommersemester 2024 in Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären studentischen Seminar im ZITh vollzogen werden: „Talking about Kiswa“ ist also – ausgehend von der Ursprungsidee – weiterhin ein zweiteiliges Kunstwerk, das aus der aufgestellten Stele und aus einem interdisziplinären Seminar, das als Kompensation zur Nicht-Ausstellung des Kiswa-Stücks der Frage nachgehen soll, welche Rolle Kiswa und Kaaba im Leben der Studierenden und im gelebten Islam in Deutschland spielen?
Standort: Zentrum für Islamische Theologie (ZITh), Rümelinstraße 27, Innenhof
NameStele
Talking About Kiswa
DepartmentExterne Sammlungen
Date2023-2024
DescriptionIm Wintersemester 2011/12 nahm eines der bundesweit ersten Zentren für Islamische Theologie (ZITh) den Lehrbetrieb auf. 2020 begann hierfür auf dem Theologischen Campus der Universität der Bau eines eigenen Gebäudes. Für den Innenhof des Baus entwarf das Studio Gründer Kirfel aus Bedheim, Südthüringen, eine hoch aufragende Stele mit Stoffbehang. Für diesen Quader wählte man den bräunlichen Postaer Sandstein aus, der mit der Zeit nachdunkelt und dabei fast schwarz werden kann. Durch dieses Kunstwerk soll das vieldiskutierte und grundsätzliche Thema des „Verhüllens“ von Menschen und Objekten in der Kultur des Islam zur Anschauung gebracht werden. Durch die vielen eleganten Faltenschwünge, aber auch Zug- und Hängefalten, wird die rund 15 Tonnen schwere Steinstele nicht nur optisch umhüllt, sondern zugleich auch ihrer steinernen Blockhaftigkeit und tonnenschweren Materialität enthoben. Zunächst sollte die Stehle durch Stoffstreifen einer ausgedienten Kiswa aus Mekka ergänzt werden, die in den neuen Bibliotheksräumen ausgestellt worden wäre. Die Einbindung eines Stücks der Kiswa in ein zeitgenössisches Kunstwerk löste allerdings Diskussionen und Widerstände aus, was dazu führte, dass die Universitätsleitung jenen Teil des Projektes stoppte. Begründet wurde dies mit der politischen Brisanz, die das Ausstellen eines Gegenstandes aus islamisch-sakralen Kontexten in europäisch-profanen Bauten auslösen könnte.
Das Studio entwickelte nun neue Lösungsvorschläge, die eine Realisierung des Projekts ermöglichen. Der Projektabschluss wird im Sommersemester 2024 in Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären studentischen Seminar im ZITh vollzogen werden: „Talking about Kiswa“ ist also – ausgehend von der Ursprungsidee – weiterhin ein zweiteiliges Kunstwerk, das aus der aufgestellten Stele und aus einem interdisziplinären Seminar, das als Kompensation zur Nicht-Ausstellung des Kiswa-Stücks der Frage nachgehen soll, welche Rolle Kiswa und Kaaba im Leben der Studierenden und im gelebten Islam in Deutschland spielen?
Standort: Zentrum für Islamische Theologie (ZITh), Rümelinstraße 27, Innenhof
DimensionsH x B x T: 615 × 115 × 115 cm
MediumPostaer Sandstein
Object numberVBA-Sg-77
Exhibitions
nach 7. Jan. 1590
um 1478/ 1480