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Concrete Poetry

Künstler*in
Date2004
DescriptionAuf dem Vorplatz des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung liegen mehrere über die Außenanlage verteilte Betonquader mit vertieften Wörtern. Die Raumintervention des Österreichers Leo Zogmayer (*1949) wurde im Jahr 2004 angekauft. Doch nicht nur auf dem Vorplatz finden sich Betonquader. Weitere Exemplare sind Bestandteile einer Außentreppe. Sie besteht auf der einen Seite aus 30 Stufen und auf der anderen aus zehn Betonquadern. Hier liest man mal rechts, mal links, mal mittig auf der Quaderlängsseite die Worte: „unser“ – „du“ – „mich“ – „sie“ – „ihnen“ – „er“ – „wir“ – „seiner“ – „ich“ – „euch“. Auf diese Weise erhält jeder der Betonquader seinen spezifischen Ausdruck, seine individuelle Bezeichnung, die ihn aus der Uniformität der Beton Serie hervorhebt. Die Quader scheinen eine Doppelfunktion zu haben: Als Sitzbänke nutzt man sie, um sich auszuruhen, als Zeichenträger geben sie Anstoß zum Nachdenken. In ihrer Autonomie verweisen die Wörter zunächst auf sich selbst, auf die Realität der phonetischen Sprechakte genauso wie auf ihre visuelle, grafische Gestaltung, worauf auch der vom Künstler gewählte englische Titel „Concrete Poetry“ rekurriert. Dieser hermetische Kreis öffnet sich jedoch, sobald man die Personalpronomen aufgrund ihrer Anzahl und losen Verteilung als Platzhalter für Menschen versteht. Denn wo Menschen zusammenkommen, finden Gespräche und Gedankenaustausch, Monologe und Dialoge, Schweigen und Zuhören statt.

Standort: Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH), Otfried-Müller-Str. 27
DimensionsH x B x L: 45 x 90 x 320 cm
Medium20 Betonquader
Object numberVBA-Sg-122
Exhibitions